Special: Die Dolomiten mit Vintageobjektiven

Ich hatte Spaß an der Vorstellung, nur mit alten Vintageobjektiven in die Berge zu fahren. Ich war mir aber nicht sicher, ob ich in manchen Situationen nicht Autofokus, Zoom oder die verlässliche Abbildungsleistung moderner Objektive vermissen würde. 

Dabei waren fast ausschließlich DDR – Objektive:  Das Lydith als Weitwinkel für Vollformat sowie das Flektogon als lichstärkere Variante dazu, das Pancolar als scharfes Normalobjektiv mit Zeiss Farben, das SK an der Fuji als Standard, das 135‘er 2.8 Meyer Görlitz als Tele für Gipfelportraits und das kleine Trioplan für die Bubbles. 

Lightweight geht sicher anders, aber ich habe das Equipment gerne durch die Berge getragen. Und jetzt hoffentlich viel Spaß beim Betrachten der Bilder …

Helios 44 – 2/4/M 58mm f/2

Die Helios 44 sind Klassiker unter den Vintage Objektiven und besonders bekannt für ihr sogenanntes „Swirley Bokeh„. Sie sind optisch eine Kopie des Carl Zeiss Biotar und wurden zwischen Ende der 50er und Anfang der 90er Jahre in sehr vielen Ausführungen und an verschiedenen Standorten in der UDSSR hergestellt.

Mein erstes Helios war ein 44-M4 mit einer minimalen Fokusdistanz von 50 cm. Dieser Version wird ein weiches, verträumtes Bokeh zugeschrieben und damit eine sehr gute Eignung für Portraits und Streetphotography (b/w) sowie Blumenaufnahmen.

Mein Helios 44-2 von 1972 ist aus Krasnogorsk (KMZ) und gemäß dem buying guide video ein eher seltenes Exemplar.

Das 44-2 ist ebenso eher für Portraits (Menschen, Pflanzen, Tiere) mit einem „swirley“ Hintergrund bekannt. Ich habe das Objektiv für Landschaftsaufnahmen ausprobiert. Die Schärfe auf die Distanz lässt etwas zu wünschen übrig und das 44-2 kämpft mit CA’s, aber trotzdem mag ich den Look.

Leica Summicron-R 50mm f/2

Nach meinen positiven Erfahrungen mit dem Summitar hat mich auch dessen Nachfolger, das Summicron interessiert. Die Linse geht auf das Design von Walter Mandler zurück und ist bekannt für seinen eigenen Charakter, der sich neben einigen Schwächen (Ghosting, Flares) insbesondere durch eine 3D-artige Tiefe im Übergang des Schärfebereichs auszeichnen soll.

Mein Exemplar wurde gemäß dieser Webseite im Jahr 1966 hergestellt. Es ist ein Objektiv der ersten Generation. Die Folgegenerationen gelten als verbessert. Die minimale Fokusdistanz ist 50 cm.

Das erste Bild nutzt die geringe minimale Fokusdistanz bei Offenblende. Das Motiv wird bei Offenblende sehr scharf dargestellt. Spektakulär finde ich den malerischen Hintergrund, der etwas wie aus einem impressionistischen Ölbild erscheint.

Leicht abgeblendet finde ich das Cron auch für Aufnahmen mit entfernten Hintergründen sehr geeignet.

Meyer-Optik Görlitz Primotar 50mm f/3.5

Das Objektiv habe ich gekauft, nachdem ich ein Video von dem hervorragenden Youtube-Kanal „Simon’s utak“ gesehen habe. Dort wurde das Primotar in der 50-60mm Kategorie als „Winner Onion Ring Bokeh Bubbles“ ausgezeichnet. Das Primotar wurde zwischen 1948 und 1958 produziert und sieht mit seinem silbernen Aluminium-Body und den roten Markierungen sehr hübsch aus. 

Das Primotar wurde zwischen 1948 und 1958 produziert und sieht mit seinem silbernen Aluminium-Body und den roten Markierungen gut aus. 

Hier ein Schwarz- /Weissbild mit dem Primotar. Ich mag die etwas weiche Darstellung der Kontraste sehr.

Carl Zeiss Jena Tessar 50mm f/2.8

Das Tessar habe ich aufgrund seines Spitznamens „Adlerauge“ gekauft – gibt es einen cooleren Namen für ein Objektiv? Es wurde von Paul Rudolph entwickelt und 1902 patentiert. Es war berühmt für die damals fantastische Detailschärfe und hohen Kontrast (Quelle: artaphot.ch).

Mein Exemplar ist eine M42 Zebra-Version und wurde zwischen 1970 und 1975 hergestellt. Das Objektiv hat eine Naheinstellgrenze von 34cm und hat mich durch seine Abbildungsleistung und besonders durch den wunderbar weichen Schärfeverlauf überrascht. Das „Adlerauge“ ist in meinen Augen ein absolutes Must-Have und kann auch gut mit Makro-Zwischenringen eingesetzt werden

Online Reviews: vintage-camera-lenses.com, Alex Kunz

Leitz Summitar 50mm f/2

Mein Einstieg in die Welt der manuellen Objektive.

Das legendäre Summitar ist von 1940, hat 10 Blendenlamellen und stammt von einer Leica iii (f) meines Vaters. Das Objektiv hat ein paar Staubeinschlüsse, aber keinen Fungus oder Kratzer und ist ziemlich klar. Zum Schutz habe ich einen E. Leitz UV Filter erworben und betreibe das Objektiv mit einem M39 Adapter an meiner Fujifilm X-E1.

Meine erste kurze Tour bei untergehender Sonne mit dem Objektiv und ich war beeindruckt von den Farben. Aus meiner Sicht sind die Farben dezent gesättigt, sehr natürlich, leuchtend im Gelb und tief im Blau, fast schon cineastisch in der Wiedergabe der Farbstimmung.

Auch dieses Bild hat für mich einen gewissen Charme, ausgedrückt durch das etwas softe Erscheinungsbild und die feine Abstufung der Blautöne in den Tiefen.

Online-Reviews: Johnny Martyr, Steve Huff, Paddy, Donato Chirulli, Jim Fisher, Matt Osborne (youtube)